PM02 2026

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Filmfest Oldenburg präsentiert erste Highlights des Programms und den Festivaltrailer, eine Hommage an John Carpenters »Dark Star«

Filmfest Oldenburg präsentiert erste Highlights des Programms und denFestivaltrailer, eine Hommage an John Carpenters »Dark Star«

Mit Weltpremieren und unkonventionellen Filmen aus Cannes und Locarno hat das Filmfest einen Ausblick auf das diesjährige Programm gegeben. Die Filmauswahl feiert einmal mehr mutige junge Stimmen des Independent Kinos neben einigen neuen Filmen etablierter Kino Outlaws wie Edgar Pêra, Michael Polish oder Bertrand Mandico.

Roma Elastica, Frankreich/Italien 2026, Bertrand Mandico (Deutschlandpremiere)
In Bertrand Mandicos neuestem Film, mit Marion Cotillard und Noémie Merlant in den Hauptrollen, reisen wir in das Rom des Jahres 1982. Dort trifft Eddie – eine Schauspielerin, die ihren großen Moment des Ruhms in Amerika bereits hinter sich hat – ein, um in einem Science-Fiction-Film mitzuwirken, der ihr letzter sein könnte. Begleitet von ihrer treuen Maskenbildnerin Valentina taucht Eddie in eine Welt aus schwindendem Glamour, seltsamen Begegnungen und einer Filmbranche im Umbruch ein. »Roma Elastica«, der seine Premiere in Cannes feierte, ist ein traumartiges Porträt einer Schauspielerin im Spätherbst ihrer Karriere und eine Hommage an die Geister des italienischen Kinos. Der Film wird in Deutschland von Rapid Eye Movies verliehen. 

The Joyless Economy, USA 2026, Marjorie Conrad (Deutschlandpremiere)
Marjorie Conrads filmischer Essay über die Biographie einer unbekannten Frau ist formal und erzählerisch ein einzigartiges, hypnotisches und vieldeutiges cineastisches Erlebnis. Anhand der Videosammlung dieser Frau erzählt Conrad frei von jeder Pose vom Begehren, von sexueller Entdeckung und von der Untreue dieser Frau. Pures Kino, poetisch und wahrhaft existentiell entsteht ein feministisches Portrait eines cinephilen Lebens, erkundet Wechselwirkung von Filmvorlieben und Leben. Der Film feierte seine Premiere beim Festival in Cannes und war selbst da ein Singulär an Radikalität und Originalität.

Asphalt Guerilla, Portugal 2026, Edgar Pêra (Deutschlandpremiere)
In Edgar Pêras neuestem cineastischem Meta-Puzzle verwischen die Grenzen zwischen politischem Idealismus und filmischer Rebellion. Pera zeichnet die desaströse Geschichte einer Amateur-Guerillazelle der 1980er Jahre nach sowie den chaotischen Versuch der 1990er Jahre, deren Geschichte auf die große Leinwand zu bringen. »Asphalt Guerrilla« ist ein fiktionaler Film mit realem Hintergrund, der von einer utopischen Phase der portugiesischen Demokratie in den 80er Jahren erzählt. Fast unmerklich verwebt sich die eigene Geschichte des Regisseurs in diesem nostalgisch-anarchischen Blick auf den Kampf gegen das System, der dieser Tage so aktuell wie selten erscheint.

Bruton, USA 2026, Vincent Grashaw (Deutschlandpremiere)
Inspiriert von der wahren Geschichte von Bryan Bruton – einem charismatischen Kleinkriminellen aus Jacksonville, dessen einziger verhängnisvoller Fehler zu einer zehnjährigen Haftstrafe führt –, verbindet diese wilde, mitreißende True-Crime-Geschichte Hoffnung, Humor und hart erkämpfte Resilienz hinter Gittern. Nach der Weltpremiere in Locarno markiert »Bruton« Vincent Grashaws erneute Rückkehr nach Oldenburg – nach »BangBang« und dem letztjährigen Gewinner des „Spirit of Cinema Award“, »Keep Quiet«. Erneut erzählt er eine Geschichte vom Rand der Gesellschaft und gibt seinem glänzenden Ensemble um Hauptdarsteller Theo Rossi viel Raum für schauspielerische Glanzleistungen.

Superbuhei, Deutschland 2026, Josef Brandl (Europapremiere)
Jesse Bronske ist überzeugt, dass sein Zwillingsbruder Aaron ihn aufgespürt hat und nun Schritt für Schritt sein Leben übernehmen will. Je tiefer er in Paranoia versinkt und versucht, seine Ängste im Alkohol zu ertränken, desto mehr gerät sein Leben aus den Fugen. Oliver Korittke glänzt in der Doppel-Hauptrolle in dieser grotesken Tragikomödie. Gedreht wurde in Hannover-Langenhagen, das allein schon der Inbegriff des Albtraums kleinstädtischer Spießigkeit. Was Josef Brandl in seinem Spielfilmdebüt daraus inklusive eines Cameos von Scorpions-Frontmann Klaus Meine zaubert, ist Deutsches Kino befreit von allem provinziellen Ballast: Ein düsterer, urkomischer und befreiender Aufschrei gegen jede Unterdrückung. Die Musik der Düsseldorf Düsterboys findet ihre perfekte visuelle Heimat in Josef Brandls Hommage an große Kinovorbilder von Kaufman bis Lynch.

Erstes Line-up der Weltpremieren:

Big Daddy's Flowers, USA 2026, Matthew Osubor (Weltpremiere)
Unter der Mentorschaft der Indie-Ikone Alexandre Rockwell macht Matthew Osubor seine Heimatstadt Providence zur Kulisse für sein Spielfilmdebüt um den ominösen Big Daddy und seinen florierenden Blumenlieferservice. Osubor übernimmt die Hauptrolle als ahnungsloser Blumenlieferant, der seinen neuen Job so ernst nimmt, dass es lange dauert, bis ihm dämmert, warum er sich soviel mehr um die prachtvollen Blumengebinde sorgt, als seine Klienten. Eine liebevolle Story um kleine Ganoven und große Gefühle, dessen Leichtigkeit der Inszenierung ansteckend wirkt.

Foreign Tongue, Kanada 2026, Boris Mojsovski (Weltpremiere)
In diesem Liebesbrief an die Erfahrung des Einwandererdaseins werden Sprachbarrieren, kulturelle Missverständnisse und Isolation mit lyrischer Absurdität, Humor und vor allem Empathie dargestellt. Mit dem komödiantischen Talent von Kimberly Sue Murray in der Hauptrolle wird der emotionale Weg von Einwanderern und die an sie gerichtete Erwartungshaltung von perfekter Integration zu einem skurrilen und respektlosen komödiantischen Juwel. Regisseur Boris Mojsovski, selbst bosnischer Flüchtling, bringt Humor und persönliche Erfahrungen in einen Film ein, der im zutiefst Fremden das Universelle entdeckt.

Kill Me Now, USA 2026, Michael Polish (Weltpremiere)
Eine Autorin, die unter Zeitdruck ihren ersten Hollywood-Thriller fertigstellt, sucht Zuflucht in ihrem Zuhause – nur um festzustellen, dass ihr eigenes Leben zunehmend der Geschichte ähnelt, an der sie gerade schreibt. Als sie davonüberzeugt ist, dass ihr Nachbar einen Mord an ihr plant, verschwimmen die Grenzen zwischen Paranoia, Fantasie und Realität. Neben so wunderbaren Darstellern wie Mena Suvari, Mario Van Peebles und Keith Carradine übernimmt die Autorin Jacqueline Singer die Hauptrolle in ihrer eigenen Story und gibt so dem neuesten Film der Indie-Ikone Michael Polish eine weitere Ebene zwischen Realität und Fantasie. Ein düster-verspielter Thriller über die Geschichten, die wir uns selbst erzählen – und darüber, was geschieht, wenn diese sich plötzlich gefährlich real anfühlen.

Mackenzie, USA 2026, Mylissa Fitzsimmons (Weltpremiere)
Basierend auf einer wahren Begebenheit aus der Kindheit der Regisseurin Mylissa Fitzsimmons, ist „Mackenzie“ eine einfühlsame Reflexion über das Erwachsenwerden und jenen Moment, in dem die kindliche Fantasie auf die Realität des Erwachsenenlebens trifft. Vor der Kulisse der Wüste von Utahträumt die elfjährige Juniper davon, nach Kalifornien durchzubrennen, um ihren Fernsehschwarm – den Herzensbrecher der 1980er Jahre, Mackenzie Astin – zu heiraten. Der Film, der in nur acht Tagen mit einem zweiköpfigen Team und einer Kinderdarstellerin ohne Vorerfahrung entstand, macht die Produktionsbeschränkungen zu einem Teil seines Charmes. Intim, humorvoll und zutiefst persönlich ist »Mackenzie« ein kleiner Film mit großem Herzen.

You Won't Believe What Happened Before, Nordmazedonien 2026, Srdjan Janicijevic (Weltpremiere)
Als ein kompromittierendes Video, das einen korrupten Autokraten entlarvt, in die Hände zweier eigenwilliger Journalisten gelangt, entwickelt sich der verzweifelte Versuch, der Gegenseite einen Schritt voraus zu bleiben, zu einer chaotischen Reise voller Verrat, Erpressung und Mord. Der Film bewegt sich durch eine politische Landschaft, in der jeder etwas zu verbergen hat, und verbindet die Spannung eines Polit-Thrillers mit schwarzem Humor und der Struktur eines ungewöhnlichen Roadmovies. Mit seiner nicht-linearen Erzählweise und der stetig wachsenden Bedrohung ist Srdjan Janicijevics Spielfilmdebüt eine scharfsinnige und unvorhersehbare Geschichte über Journalismus, Macht und die extremen Mittel, zu denen Menschen greifen, um ihre Geheimnisse zu wahren.

Filmschaffende aller oben genannten internationalen Filme werden in Oldenburg anwesend sein, um ihre Filme vorzustellen.

Der Festival Trailer:

Der Trailer für 2026 ist eine Hommage an John Carpenters Debüt »Dark Star« aus dem Jahr 1974. Der Film, den er gemeinsam mit Dan O’Bannon schrieb, war ein Ultra-Low-Budget Gegenentwurf zu »Kubricks „2001: A SpaceOdyssey« und wurde später zu einer Art komischer Blaupause für einen anderen Sci-Fi Klassiker: Dan O’Bannons »Alien« (1979, Regie Ridley Scott). Im Festivaltrailer wird nun das 70er Jahre Thema langer Reisen ins All ironisch auf eine lange Reise durch die Facetten einer streitbaren Festivalgeschichte im Kampf um kulturelle Anerkennung heruntergebrochen.

Der Trailer entstand mit Unterstützung von Oeins, M101 Media, iyuno und TrickWilk.

Der Trailer ist ab sofort unter https://www.youtube.com/watch?v=ORV6wRtQj4I&t=47s verfügbar.

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