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Oldenburg ehrt die Königin des kinetischen Kinos, Zoe Bell, mit einem Tribute
Oldenburg ehrt die Königin des kinetischenKinos, Zoe Bell, mit einem Tribute
Viel zu lange Zeit galt Stuntarbeit als die unsichtbare Kunst des Kinos– unverzichtbar, aber unsichtbar. Schließlich war und ist es die Aufgabe der Stuntleute, hinter den Schauspielern zu verschwinden. Zoë Bell brach mit diesem Muster. Über drei Jahrzehnte hinweg verwandelte sie die Tätigkeit des Doubles in eine eigenständige künstlerische Leistung; sie entwickelte sich zu einer der prägendsten physischen Erscheinungen des modernen Genre-Kinos und wurde dabei selbst zum Star.
Die 1978 auf Waiheke Island in Neuseeland geborene Zoë wuchs mit einer Vorliebe für große Höhen und Geschwindigkeit auf und trainierte schon in ihrer Jugend Kampfsport und Turnen. Eine zufällige Begegnung mit einem Patienten ihres Vaters – dem verletzten Stuntman Peter Bell (keine Verwandtschaft) – lenkte ihre Abenteuerlust in eine neue Bahn. Unter seiner Anleitung tauchte sie1992 in jene Welt ein, die sie später maßgeblich prägen sollte.
1998 übernahm sie bei der Serie „Xena – Die Kriegerprinzessin“ (1995 - 2001) die Rolle des Stunt-Doubles für Lucy Lawless, die sie als ihr wichtigstes Vorbild bezeichnet. Nach 66 Episoden erregte ihre Arbeit bei „Xena“ schließlich die Aufmerksamkeit Hollywoods. Anfang der 2000er Jahre trat die für einen Oscarnominierte Regisseurin Amanda Micheli an sie heran, um sie für „Double-Dare“(2004) zu gewinnen – einen Dokumentarfilm über den Kampf zweier Stuntfrauen im männerdominierten Hollywood, beruflich Fuß zu fassen. Der Film dokumentiert bereits Zoës wichtigsten Karriereschritt – ihr Casting für „Kill Bill“ (2003), und die Arbeit als Stunt-Double für Uma Thurman darin. Quentin Tarantino war es dann, der Zoës Fähigkeit erkannte, sich in ihrer Stunt Arbeit über die reine physische Umsetzung der Actionszenen auch in den Charakter der gedoubelten Rolle hinein zu begeben und schrieb ihr daraufhin eineHauptrolle in „Death Proof“ (2007) auf den Leib. Die Schauspielerin Zoë Bell war geboren. Seither hat sie nicht nur in allen Filmen Tarantinos, sondern auch in vielen weiteren Produktion die Grenze zwischen Stunt und Schauspiel verschoben.
Als Darstellerin ebenso wie als Stunt-Frau hat sie sich seither äußerst erfolgreich zwischen großen Studioproduktionen wie etwa Drew Barrymores „Whip it“ („Roller Girl“) (2009) oder dem inzwischen zum Kult avancierten, auf Ed Brubakers Graphic Novel basierenden „Angel of Death“ (2009) bewegt und ihre Vorliebe für das direkte, physische Kino nie aufgegeben.
Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach mit dem Taurus World Stunt Award sowie einem Screen Actors Guild Award ausgezeichnet. Zoë ist sowohl vor als auch hinter der Kamera äußerst beliebt. Studios und Stars schätzen ihre unkomplizierte, bescheidene Art und ihren Humor, hinter denen sich jedoch jene enorme Disziplin und Professionalität verbergen, für die sie bekannt ist. IhrMentor Quentin Tarantino sagt über sie: „Zoë ist eigentlich die großartigste Stuntfrau der Welt. Und sie ist eine meiner besten Freundinnen – wie eine Schwester für mich.“
Nach jahrelangem Einsatz der Stunt- und Filmschaffenden-Community werden Stunts bei der Oscar-Verleihung im kommenden Jahr endlich offiziell gewürdigt: Bei der 100. Verleihung der Academy Awards wird erstmals eine Wettbewerbskategorie für herausragende Leistungen im Stunt-Design („Achievement in Stunt Design“) eingeführt.
Zoë Bell wird vom 16. bis zum 20. September in Oldenburg zu Gast sein und ihre Filme präsentieren.
Im Rahmen des Tributes werden in Oldenburg zu sehen sein:
»Double Dare« (USA 2004, Regie: Amanda Micheli)
»Death Proof« (USA 2007, Regie: Quentin Tarantino)
»Angel of Death« (USA 2009, Regie: Paul Etheredge)
»Once Upon a Time In...Hollywood« (USA 2019, Regie: Quentin Tarantino)