Dead Souls

USA 2025
Director: Alex Cox
Cast: Alex Cox, Zander Schloss, Levee Duplay, Maria Robles, Eric Schumacher

88 Min. | OV
German Premiere
International

Ein mysteriöser Fremder taucht in den staubigen Straßen einer kleinen Grenzstadt auf, in der es nicht viel mehr gibt als ein Hotel, einen Saloon, einen korrupten Sheriff und einen Sargmacher. Natürlich spielt Alex Cox ganz bewusst mit unseren Erinnerungen an die Filme von Regisseuren wie Sergio Leone oder Clint Eastwood. Aber in »Dead Souls«, einer sehr freien und überaus aktuellen Adaption von Nikolai Gogols satirischem Roman »Tote Seelen«, ist nichts wirklich so, wie wir es erwarten. Der von Cox selbst gespielte Fremde ist kein Revolverheld und kein Rächer, er will nur die Namen von Mexikanern kaufen, die in diesem trostlosen Kaff in Arizona des Jahres 1890, dem Jahr der Volkszählung, verstorben sind. Warum, sagt er nie – mal gibt er sich als Zensusbeamter aus, mal als Regierungsvertreter. Erst nach und nach dämmert uns: Die Toten werden auf dem Papier als "erfolgreich entfernte" Personen gemeldet, ein bürokratischer Trick, mit dem sich Abschiebezahlen fälschen lassen. Der Tod zählt nur noch als Verwaltungsakt.

Die Anspielung auf gegenwärtige US-Migrationspolitik bleibt unübersehbar. Cox zementiert seinen Status als einer der subversivsten Filmemacher, die das Kino seit den frühen 1980er Jahren hervorgebracht hat.